Historische Fusion: 111 Milliarden Dollar für Hollywood-Riesen

Die Aktionäre von Warner Bros. Discovery haben mit überwältigender Mehrheit der Übernahme des gesamten Unternehmens durch Paramount Global zugestimmt. Pro Aktie werden 31 Dollar gezahlt, was den Deal auf rund 81 Milliarden Dollar summiert. Unter Einbeziehung der Schulden beläuft sich der Gesamtwert auf fast 111 Milliarden Dollar.

Paramount, im Besitz des Medienunternehmens Skydance, strebt die vollständige Übernahme von Warner an. Damit würden Marken wie HBO Max, die Kultreihe „Harry Potter“ und sogar CNN unter dem Dach von Paramount zusammengeführt. Gleichzeitig würden CBS, „Top Gun“ und der Streamingdienst Paramount+ mit Warner verschmelzen.

Regulatorische Hürden bleiben

Obwohl die Aktionäre grünes Licht gegeben haben, ist die Fusion noch nicht final. Regulatorische Prüfungen stehen noch aus. Warner Bros. rechnet damit, die Transaktion im dritten Quartal abzuschließen.

Parallel dazu scheiterte ein weiterer Antrag der Aktionäre: Ein Plan für post-fusionäre Bonuszahlungen an Führungskräfte wurde abgelehnt.

Von Netflix zu Paramount: Ein wechselvoller Werdegang

Der Weg zur heutigen Fusion war turbulent. Noch Ende letzten Jahres lehnte Warner Paramounts erste Übernahmeangebote ab und bevorzugte stattdessen ein 72-Milliarden-Dollar-Angebot von Netflix für Studio- und Streaming-Rechte. Paramount reagierte darauf mit einem feindlichen Übernahmeversuch, der auch Warners Kabelgeschäft umfasste – ein Bereich, den Netflix nicht wollte.

Monatelang lieferten sich die drei Konzerne einen öffentlichen Machtkampf um das beste Angebot. Warners Vorstand unterstützte zunächst Netflix, doch Paramount erhöhte sein Angebot und trieb Netflix schließlich aus dem Rennen. Der Streamingriese stieg aus, statt den Konflikt weiter zu eskalieren.

Kritik aus der Branche: Jobverluste und weniger Vielfalt befürchtet

Tausende Schauspieler, Regisseure, Autoren und andere Kreative warnen vor den Folgen der Fusion. In einem offenen Brief äußerten sie „uneingeschränkte Ablehnung“ und argumentieren, dass weitere Konsolidierung zu Arbeitsplatzverlusten und weniger kreativen Freiheiten führen werde.

„Die heutige Abstimmung der Warner-Aktionäre ist ein schwerer Rückschlag“, erklärte die „Committee for the First Amendment“ unter der Leitung von Jane Fonda. „Aber der Kampf ist noch nicht vorbei.“

Die Gruppe verwies auf frühere Erfolge im Kampf gegen Medienkonzentration und betonte: „Eine Handvoll mächtiger Entscheidungsträger darf nicht unkontrolliert die amerikanische Medienlandschaft, Kultur und Kreativbranche umgestalten.“

Politische Stimmen warnen vor Machtkonzentration

Auch Politiker äußern Bedenken. Bei einer Hearing in Washington letzte Woche warnte der demokratische Senator Cory Booker vor den Folgen der Fusion: Es gehe nicht nur um einen „Unternehmensdeal“, sondern darum, wer künftig Nachrichten, Unterhaltung und Geschichten kontrolliert.

Was die Fusion für die Medienlandschaft bedeutet

Mit dem Zusammenschluss würden zwei der letzten fünf großen Hollywood-Studios fusionieren. Zudem würden zwei der größten Streamingdienste – Paramount+ und HBO Max – sowie zwei bedeutende TV-Nachrichtenkanäle – CBS und CNN – unter einem Dach vereint. Hinzu kommen zahlreiche weitere Marken und Entertainment-Netzwerke.

Die Unternehmensführung verspricht Verbrauchern Vorteile, darunter besseren Zugang zu Inhalten. Doch die Kritik bleibt: Befürchtet werden weniger Wettbewerb, höhere Preise und eine noch stärkere Machtkonzentration in den Händen weniger Konzerne.