Die geplante Megafusion zwischen Paramount Global und Warner Bros. Discovery steht vor einer zentralen Hürde: der möglichen Einmischung chinesischer Investoren. Obwohl der chinesische Tech-Konzern Tencent offiziell aus dem Deal ausgestiegen ist, bleiben Bedenken bestehen, da Tencent weiterhin indirekt über Skydance an der fusionierten Gesellschaft beteiligt ist.
In einer SEC-Einreichung von 2025 begründete Paramount, warum eine Prüfung durch das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) nicht erforderlich sei. Zum einen hätten die souveränen Fonds aus dem Nahen Osten keine Mitspracherechte in der Unternehmensführung. Zum anderen sei Tencent als Finanzierungspartner ausgeschlossen worden. Doch diese Argumentation überzeugt nicht alle.
Tencent bleibt indirekt beteiligt
Obwohl Tencent offiziell aus dem Deal ausgestiegen ist, bleibt der Konzern über Skydance, einem früheren Investitionsvehikel von Paramount, mit der fusionierten Gesellschaft verbunden. Skydance, das 2023 mit Paramount fusionierte, wurde ursprünglich von Tencent mitfinanziert. Laut Berichten hielt Tencent etwa 10 % der Anteile an Skydance und rund 5 % an der fusionierten Einheit aus Paramount, Warner Bros. Discovery und Skydance.
Diese Verbindung ist besonders brisant, da das US-Verteidigungsministerium Tencent als „Chinese Military Company“ einstuft – ein Unternehmen mit mutmaßlichen Verbindungen zur Kommunistischen Partei Chinas (KPCh).
Politiker fordern Prüfung durch CFIUS
Eine Gruppe von US-Senatoren, darunter Elizabeth Warren und Cory Booker, hat in einem Schreiben an CFIUS eine vollständige Prüfung des Deals gefordert. Sie argumentieren, dass Tenceents Rückzug und spätere Reintegration auf niedrigerem Niveau ein Versuch sei, die Prüfungspflicht zu umgehen:
„Die Tatsache, dass Tencent ausgestiegen und später mit einem geringeren Kapitalanteil wieder eingestiegen ist, beseitigt die CFIUS-Frage nicht – sie unterstreicht sie. Dieses Muster des Aus- und Wiedereinstiegs, jeweils knapp unterhalb der Meldegrenze, könnte darauf hindeuten, dass die ausländische Kapitalstruktur gezielt gestaltet wurde, um eine Prüfung zu vermeiden.“
Warum die Fusion umstritten ist
Die geplante Fusion im Wert von 111 Milliarden US-Dollar wirft grundsätzliche Fragen zur nationalen Sicherheit auf. Kritiker befürchten, dass chinesische Investoren trotz formaler Ausstiege weiterhin Einfluss auf die Berichterstattung US-amerikanischer Medien wie CNN oder CBS nehmen könnten. Besonders brisant ist dies vor dem Hintergrund der wachsenden Spannungen zwischen den USA und China.
Paramount betont zwar, dass die ausländischen Investoren keine Entscheidungsgewalt in der Unternehmensführung haben. Doch die indirekten Beteiligungen und die historischen Verbindungen zu Tencent werfen Zweifel an dieser Darstellung auf. Die Debatte über ausländische Einflüsse auf US-Medienunternehmen gewinnt damit an Fahrt – und könnte die Fusion weiter verzögern.