Richter blockiert Mega-Fusion
Ein US-Bundesrichter hat am Freitag eine vorläufige Anordnung erlassen, die die geplante Fusion zwischen Nexstar Media Group und Tegna Inc. stoppt. Trotz des bereits im März abgeschlossenen $6,2-Milliarden-Deals müssen die Unternehmen nun getrennt bleiben. Die Fusion war als einer der größten Zusammenschlüsse in der lokalen TV-Branche geplant.
Warum das Urteil die gesamte Branche erschüttert
Der zuständige Richter Troy Nunley folgte damit den Argumenten von DirecTV. Dieses hatte vorgetragen, die Fusion würde zu höheren Preisen für Endkunden führen und den Wettbewerb in Dutzenden Märkten einschränken. Laut Nunley drohe der Deal „irreparabler Schaden“ für Verbraucher. Die Kläger – darunter acht US-Bundesstaaten und DirecTV – hatten zudem betont, dass die Fusion die lokale Medienvielfalt gefährde.
„Die Fusion würde zu einer gefährlichen Marktkonzentration führen und die Preise für Verbraucher in die Höhe treiben.“
– Urteil des Richters Troy Nunley
Hintergründe: Wie es zur Blockade kam
Bereits im März hatten acht US-Bundesstaaten und DirecTV Klage gegen die Fusion eingereicht. Sie argumentierten, dass die geplante Übernahme von Tegna durch Nexstar zu Jobverlusten und einer gefährlichen Medienkonzentration führen würde. Gleichzeitig hatte das US-Justizministerium die Fusion überraschend aus kartellrechtlicher Sicht genehmigt. Die Federal Communications Commission (FCC) hatte zudem die Übertragung der Sendelizenzen von Tegna auf Nexstar ohne öffentliche Abstimmung genehmigt – ein Schritt, der von Kritikern als rechtlich fragwürdig eingestuft wurde.
Eine Koalition aus Verbraucherschutzgruppen, Newsmax und DirecTV reichte daraufhin eine Notfallpetition ein, um die Fusion zu stoppen. Sie argumentierten, die FCC habe keine rechtliche Grundlage, die 39%-Besitzgrenze für lokale TV-Stationen zu umgehen – eine Grenze, die vom Kongress festgelegt wurde.
Was jetzt passiert
Die vorläufige Anordnung tritt am 21. April um 17:00 Uhr PT in Kraft. Bis dahin gilt bereits eine einstweilige Verfügung, die Nexstar und Tegna daran hindert, ihre Stationen zu konsolidieren. Nexstar muss zudem sicherstellen, dass Tegna als eigenständiges Unternehmen weitergeführt wird.
Nexstar hat bereits angekündigt, gegen das Urteil in Berufung zu gehen. Sollte die Fusion scheitern, hätte das weitreichende Folgen für die lokale TV-Branche, die ohnehin unter dem Druck durch Streaming-Dienste leidet.
Die wichtigsten Fakten im Überblick:
- Die Fusion zwischen Nexstar und Tegna war für $6,2 Milliarden geplant.
- Die kombinierte Gruppe hätte über 259 TV-Stationen und eine Reichweite von über 80% der US-Haushalte umfasst.
- Die FCC hatte die 39%-Besitzgrenze für lokale TV-Stationen umgangen – ein Schritt, der rechtlich umstritten ist.
- Kritiker befürchten höhere Preise für Verbraucher und eine gefährliche Medienkonzentration.
- Nexstar hat bereits Berufung gegen das Urteil angekündigt.