San Francisco, 2021: Danielle Snyder Shorenstein, frisch aus New York zugezogen, besuchte mit ihrem Mann ihr erstes Spiel der Golden State Warriors. Als überzeugte New Yorkerin und Mitgründerin der erfolgreichen Schmuckmarke Dannijo (seit 2008) fühlte sie sich im Stadion fehl am Platz. Die klassischen Fanartikel mit aufgedruckten Logos entsprachen nicht ihrem Stil. „Ich dachte mir: Wer würde so etwas schon tragen?“, erinnert sie sich.
Doch statt sich anzupassen, begann sie, die Merchandise-Stücke kreativ umzugestalten. Sie schnitt ein Trikot zurecht, fügte eine gehäkelte Kragenborte hinzu und verzierte es mit Kristallen. Beim nächsten Spiel trug sie ihr selbst entworfenes Stück – und erntete sofort Aufmerksamkeit. Spielerfrauen und Fremde fragten sie in den Stadiontoiletten: „Wo hast du das her?“
Dieser Moment markierte den Beginn einer neuen Geschäftsidee. Zusammen mit ihrer Schwester Jodie Snyder Morel startete sie DannijoPro, eine Marke, die Mode und Sportsgeist auf elegante Weise verbindet. „Ich dachte: Ich mache das schick. Das war der Durchbruch.“, erklärt Shorenstein.
Von der Idee zur Marke: Innovation in zwei etablierten Branchen
DannijoPro ist ein Experiment, das zwei reife Branchen – Mode und Sport – zusammenführt. Das Sortiment reicht von schlichten Hemden mit dezent platzierten Team-Logos bis zu aufwendig restaurierten Vintage-Stücken mit handgenähten Details, gehäkelten Kragen und Swarovski-Applikationen. Besonders exklusiv ist die Linie 1/won, die hochpreisige, individuelle Fanartikel aus Secondhand-Beständen anbietet. Die Preise liegen zwischen 85 und 495 US-Dollar. Verkauft wird über die eigene Website, Pop-up-Stores und ab April 2024 auch über den Online-Modehändler Revolve.
Der Erfolg ist beeindruckend: Das Unternehmen wächst jährlich um 120 Prozent, wobei 40 Prozent der Verkäufe über Direktnachrichten in sozialen Medien generiert werden. Prominente wie Brooke Shields, Ayesha Curry, Selena Gomez und Benny Blanco tragen die Designs. Zudem hat DannijoPro einen Lizenzvertrag mit der NBA abgeschlossen.
Herausforderungen und Chancen im Sport-Merchandising
Der Aufbau von DannijoPro unterschied sich deutlich von der Gründung von Dannijo. „Das Sport-Merchandising ist ein komplexes Feld ohne klare Anleitung. Jede Liga und jedes Team hat eigene Regeln – die Vertriebsstrukturen sind kompliziert und erfordern starke Beziehungen.“, sagt Shorenstein. Gleichzeitig sieht sie darin eine Chance: „Es gibt viel Raum für unternehmerisches Denken. Wir schaffen unseren eigenen Weg.“
Die Marke setzt auf Qualität, Individualität und eine Community, die über den reinen Teamgeist hinausgeht. DannijoPro beweist, dass Fanmode nicht nur funktional, sondern auch stilvoll sein kann – und das ohne aufwendige Logos oder klischeehafte Designs.
Das Erfolgsrezept: Kreativität trifft auf Community
- Community-getriebener Vertrieb: 40 % der Verkäufe entstehen durch Direktnachrichten in sozialen Medien.
- Prominente Unterstützung: Stars wie Selena Gomez oder Stephen Curry tragen die Designs und generieren organische Reichweite.
- Nachhaltigkeit: Die Linie 1/won nutzt Vintage-Materialien und setzt auf hochwertige Verarbeitung.
- Lizenzierung: Die Partnerschaft mit der NBA öffnet Türen für weitere Expansion.
Für Shorenstein war der Schritt vom reinen Mode- zum Fanwear-Design ein natürlicher. „Mode und Sport sind beide Ausdruck von Identität. Warum sollten sie sich nicht ergänzen?“