Die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko steht vor einer besonderen Herausforderung: der möglichen Beteiligung der US-Einwanderungs- und Zollbehörde ICE an den Sicherheitsmaßnahmen. Doch wie realistisch ist ein solches Szenario?

ICE als „Schlüsselakteur“ – oder doch nicht?

Im Februar dieses Jahres äußerte sich der damalige ICE-Direktor Todd Lyons vor einem Kongressausschuss und bezeichnete die Behörde als „wichtigen Teil“ der Sicherheitsvorkehrungen für die WM. Doch die Ankündigung seiner baldigen Amtsniederlegung wirft Fragen auf. Wird die ICE tatsächlich eine aktive Rolle spielen?

Vergangene Erfahrungen: Warum die ICE bei Großveranstaltungen zurückhaltend agiert

Die Erinnerung an die hochkarätigen Razzien der frühen Trump-Ära ist noch frisch. Damals führten aggressive Einsätze der Einwanderungsbehörde zu massiver politischer Gegenwehr – insbesondere nach Vorfällen, bei denen zwei US-Bürger durch Sicherheitskräfte getötet wurden. Die Folgen waren gravierend:

  • Die damalige Heimatschutzministerin Kristi Noem verlor ihren Posten.
  • Der damalige Border-Patrol-Chef Greg Bovino trat zurück.
  • Die Regierung wechselte zu einer weniger auffälligen Strategie.

Selbst beim Super Bowl, einem der größten Sportereignisse der USA, blieb die ICE trotz hoher Sicherheitsbedenken im Hintergrund. Experten sehen daher keinen Grund für spektakuläre Aktionen während der WM.

Was Experten erwarten: Keine Razzien, aber verstärkte Präsenz

Politische Beobachter und Einwanderungsexperten aus Texas gehen davon aus, dass die ICE zwar nicht mit offensichtlichen Kontrollen auf dem Weg zu den Stadien auftauchen wird, aber dennoch eine verstärkte Überwachung stattfinden könnte. Mögliche Szenarien:

  • Hintergrundkontrollen: Die Behörde könnte gezielt Personen überprüfen, die im Verdacht stehen, gegen Einwanderungsgesetze zu verstoßen.
  • Zusammenarbeit mit lokalen Behörden: Eine enge Abstimmung mit Polizeikräften könnte zu einer erhöhten Präsenz führen, ohne dass die ICE selbst in den Vordergrund tritt.
  • Symbolische Maßnahmen: Kleine, aber sichtbare Einsätze könnten als Abschreckung dienen, ohne das Event zu stören.

„Die WM ist ein globales Ereignis. Jede sichtbare Aktion der ICE könnte internationale Aufmerksamkeit erregen – und das will niemand.“
– Ein hochrangiger Einwanderungsexperte aus Texas

Politische Zerrissenheit: Ein Thema, das polarisiert

Die Debatte über die Rolle der ICE bei der WM spaltet die politische Landschaft. Während einige Politiker eine starke Sicherheitspräsenz fordern, warnen andere vor einer möglichen Eskalation. Die Frage bleibt: Wird die Behörde als „stiller Partner“ agieren – oder doch für Schlagzeilen sorgen?

Eines ist sicher: Die Fußball-WM 2026 wird nicht nur sportlich, sondern auch politisch ein Großereignis – und die ICE könnte dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen.