Nach dem Ende des Pandemie-Immobilienbooms kämpfen Bauunternehmen im Sun Belt mit einem deutlichen Überangebot an Spekulationsimmobilien. Wie der ehemalige CEO von Toll Brothers, Doug Yearley, auf dem Bank of America Housing Symposium im Juni 2025 erklärte, werde sich die Situation mit der Zeit normalisieren. „Die Bauherren starten weniger Spekulationsbauten und reduzieren so das Überangebot“, so Yearley, der inzwischen aus dem Unternehmen ausgeschieden ist. „Das wird sich mit der Zeit von selbst regeln.“
Von Boom zu Überangebot: Die Entwicklung der unverkauften Neubauten
Während des Immobilienbooms nach der Pandemie wurden fast alle Neubauten sofort verkauft. Im März 2022 gab es nur 32.000 unverkaufte Neubauten. Doch nach dem Ende des Booms stieg die Zahl rasant an – besonders in Boomtowns des Sun Belt. Im Dezember 2025 erreichte sie mit 134.000 unverkauften Neubauten einen Höchststand. Aktuelle Daten zeigen jedoch eine leichte Entspannung: Im März 2026 lag die Zahl bei 119.000 unverkauften Neubauten. Zwar ist die Zahl im Vergleich zum Vorjahr (113.000 im März 2025) noch gestiegen, doch der Rückgang in den letzten Monaten übertrifft saisonale Schwankungen deutlich.
ResiClub-Index zeigt Normalisierung an
Der ResiClub Finished Unsold New Homes Supply Index misst das Verhältnis von unverkauften Neubauten zu Verkäufen. Ein hoher Wert deutet auf ein schwächeres Marktumfeld hin, ein niedriger Wert auf eine angespannte Situation. In den letzten Monaten hat sich der Index fast wieder in den historisch normalen Bereich bewegt.
Bauherren setzen auf Auftragsfertigung statt Spekulation
Nach einem schwächeren Jahr 2025 und sinkenden Margen haben viele große Bauunternehmen für 2026 angekündigt, weniger Spekulationsbauten zu starten und stattdessen vermehrt auf Auftragsfertigung zu setzen. Der Grund: Auftragsfertigung bringt höhere Margen, da die Häuser bereits vor Baubeginn verkauft werden. Dadurch entfallen Lagerkosten und der Druck, durch Rabatte oder Anreize Verkäufe zu beschleunigen.
Ein Beispiel ist der größte US-Baukonzern D.R. Horton. CEO Paul Romanowski erklärte in der Bilanzkonferenz am 21. April 2026:
„Unsere unverkauften Häuser sind seit Dezember um 25 % und im Vergleich zum Vorjahr um 35 % gesunken. Sowohl der Anteil unverkaufter Häuser an der Gesamtbestandsmenge als auch die Zahl der fertiggestellten, unverkauften Häuser befinden sich auf dem niedrigsten Stand seit dem Geschäftsjahr 2023.“
„Wir erwarten, dass die Baustarts im dritten Quartal niedriger ausfallen als im zweiten Quartal. Wir werden unsere Bestands- und Startkapazitäten weiterhin an die Marktbedingungen anpassen.“
Wo stehen die unverkauften Neubauten?
Obwohl das US Census Bureau keine detaillierten regionalen Daten zu unverkauften Neubauten veröffentlicht, lässt sich anhand der Gesamtbestandszahlen erkennen, wo die größten Herausforderungen liegen. Besonders betroffen sind weiterhin stark wachsende Regionen im Sun Belt, darunter Teile von Arizona, Florida und Texas.