Ein Musical, das seine Vorlage nicht erreicht

Das Broadway-Musical ‚Beaches‘, das seit dieser Woche im Majestic Theater läuft, sollte den Charme des gleichnamigen Kultfilms mit Bette Midler einfangen. Doch statt des versprochenen Camp-Feelings bietet die Inszenierung nur überladene Szenen, peinliche Dialoge und eine enttäuschende Umsetzung.

Ein vielversprechender Moment – und dann der Absturz

Für einen kurzen Moment scheint es, als könnte das Musical seine Vorlage übertreffen: In einer Szene singen die Darstellerinnen Kelli Barrett (Bertie) und Jessica Yosk (Cee Cee) gemeinsam mit ihren jüngeren Versionen den Song „Show the World Who You Are“. Die Choreografie erinnert an die ikonischen Musikmontagen aus den 1960er-Jahren, etwa aus ‚Valley of the Dolls‘. Doch dieser Funke verglüht schnell.

Überladene Handlung und peinliche Dialoge

Die Handlung des Musicals folgt dem bekannten Plot: Zwei Freundinnen, Bertie und Cee Cee, wachsen in Texas auf, verfolgen unterschiedliche Träume und kämpfen mit Schicksalsschlägen. Doch die Umsetzung wirkt überstürzt und unausgegoren. Besonders peinlich sind die Dialoge, die zwischen Naivität und Peinlichkeit schwanken. So bezeichnet Bertie eine orale Sexhandlung als „Blowtorch“, während Cee Cee mit vulgärer Sprache auffällt. Die Kostüme von Tracy Christensen erinnern weniger an Bette Midlers ikonische Outfits aus dem Film, sondern wirken wie ein Abklatsch aus ‚Stella Dallas‘.

Zweiter Akt besser – aber zu spät

Erst im zweiten Akt findet das Musical zu einer kohärenteren Struktur, als Berties Krebsdiagnose die Handlung vorantreibt. Die Songs von Mike Stoller sind solide, aber nicht mit seinen Klassikern wie ‚Yakety Yak‘ oder ‚Jailhouse Rock‘ vergleichbar. Der Höhepunkt des Abends ist der Schluss-Song „Wind Beneath My Wings“ – ein Zugeständnis an den Publikumserfolg, das mit Stollers Werk nichts zu tun hat. Die Urheber des Songs, Jeff Silbar und Larry Henley, werden im Programmheft nur in einem „Special Thanks“ erwähnt.

Zwei Regisseure, ein Desaster

Um einen solchen Flop zu inszenieren, braucht es offenbar zwei Regisseure: Lonny Price und Matt Cowart. Die Produktion wirkt wie ein zusammengewürfeltes Projekt, das weder die Magie des Films noch die Energie eines Musicals einfangen kann. Stattdessen bleibt ein „Beaches“-Musical, das selbst die legendären Songs nicht retten können.

„Das Musical ist ein trauriges Beispiel dafür, wie eine bekannte Vorlage durch überladene Inszenierung und schwache Umsetzung zum Flop wird.“

Fazit: Ein Broadway-Desaster

  • Stärken: Ein paar musikalische Highlights, die an die Vorlage erinnern.
  • Schwächen: Überladene Handlung, peinliche Dialoge, schwache Umsetzung.
  • Fazit: Ein Musical, das seine Vorlage nicht erreicht – und das trotz bekannter Songs.
Quelle: The Wrap