Während die meisten KI-Startups auf breite Zielgruppen setzen, verfolgt Emanate einen anderen Ansatz: Das Unternehmen entwickelt hochspezialisierte KI-Tools für den Vertrieb komplexer Industriegüter. Gründerin und CEO Kiara Nirghin erklärt, warum dieser Nischenmarkt besondere Anforderungen stellt.
Ein Markt mit komplexen Herausforderungen
Der Industriegütersektor umfasst Hersteller, Händler und Dienstleister, die mit Materialien wie Stahl, Aluminium, Rohren oder Kabeln arbeiten. Die Verkaufsprozesse sind oft aufwendig: Angebote für individuelle Aufträge müssen erstellt, bestehende Kunden mit passenden Produkten verbunden und neue Geschäftspartner proaktiv akquiriert werden. Allein der Stahl- und Aluminiummarkt ist ein Milliardenmarkt, der für die US-Industrieproduktion und die grüne Transformation entscheidend ist – etwa für die Herstellung von Solarmodulen, Windturbinen oder Ladestationen für E-Autos.
KI beschleunigt Angebotsprozesse drastisch
Laut Nirghin können herkömmliche Systeme bis zu drei bis vier Wochen für die Erstellung eines Angebots benötigen. Erst seit Kurzem seien KI-Modelle in der Lage, diese Aufgaben fast in Echtzeit zu übernehmen.
"Erst in den letzten sechs bis acht Monaten hat sich die Qualität der KI-Modelle so stark verbessert, dass sie menschliche Arbeit ersetzen können."
Branchenspezifische KI-Agenten statt Standardlösungen
Der entscheidende Faktor für den Erfolg ist laut Emanate nicht das KI-Modell selbst, sondern das "Harness" – ein Rahmenwerk aus anpassbaren Tools, Integrationen in ERP-Systeme und unternehmensspezifischem Wissen. Während Standard-KI-Agenten oft ungenau arbeiten, setzt Emanate auf maßgeschneiderte Lösungen für den Industriegütersektor.
Die Implementierung eines solchen Systems ist jedoch aufwendig: Von der Identifizierung relevanter Datenquellen (ERP-Datenbanken, E-Mail-Korrespondenz, PDF-Dokumente) bis zur sicheren Anbindung kann es acht bis zwölf Wochen dauern. Anschließend können Kunden die KI-Agenten weiter anpassen und optimieren.
Fokus auf Umsatzsteigerung statt Kostensenkung
Im Gegensatz zu vielen KI-Anbietern, die auf Automatisierung zur Kostenreduzierung setzen, konzentriert sich Emanate auf Umsatzwachstum. Das Unternehmen misst den Erfolg anhand von Kennzahlen wie der Anzahl der bearbeiteten Angebote, eingesparter Arbeitszeit, generierten Verkaufschancen und ausgehenden Nachrichten vor und nach der Einführung der Technologie.
Investoren und Team
Emanate wird unter anderem von Andreessen Horowitz und M13 unterstützt. Das Startup mit Sitz in San Francisco beschäftigt derzeit zehn Mitarbeiter. Die genaue Höhe der Finanzierung wurde nicht offengelegt.