Marihuana-Restrukturierung: Weniger Restriktionen für Forschung und Wirtschaft

Die US-Regierung hat heute eine historische Entscheidung getroffen: Marihuana wird von Schedule I – der strengsten Kategorie im US-Drogenrecht – in die weniger restriktive Schedule III umgestuft. Dies gab der amtierende Generalstaatsanwalt Todd Blanche in einer offiziellen Anordnung bekannt.

Die Umstufung betrifft ausschließlich FDA-zugelassene und staatlich lizenzierte Marihuana-Produkte. Damit reagiert die Regierung auf die Forderung von Präsident Donald Trump, der bereits im Dezember 2025 eine zügige Neuordnung der Droge anordnete. Blanche betonte in einer Stellungnahme:

„Unter der Führung des Präsidenten setzt das Justizministerium heute ein zentrales Versprechen um: die Verbesserung des amerikanischen Gesundheitssystems. Dazu gehört auch die erleichterte Erforschung von Marihuana und die Unterstützung legaler Unternehmen.“

Praktische Folgen der Umstufung

Die Neuordnung hat konkrete Auswirkungen:

  • Forschung: Wissenschaftler können nun einfacher an Marihuana für Studien gelangen, da Bundesmittel leichter zugänglich sind.
  • Steuerliche Vorteile: Staatlich lizenzierte Marihuana-Unternehmen dürfen künftig bundesweite Steuererleichterungen in Anspruch nehmen.
  • Keine Legalisierung: Trotz der Lockerung bleibt Marihuana auf Bundesebene illegal – der Konsum bleibt verboten.

Experten wie Jacob Sullum von Reason Magazine sehen in der Entscheidung einen symbolischen Schritt: Die Regierung räume damit ein, dass Marihuana über Jahrzehnte hinweg zu Unrecht als hochriskante Substanz eingestuft wurde. Allerdings bleibt die Diskrepanz zwischen Bundesrecht und den Gesetzen vieler Bundesstaaten bestehen, die medizinischen oder sogar Freizeitkonsum erlauben.

Trump-Administration plant 500-Millionen-Dollar-Rettungspaket für Spirit Airlines

Parallel zur Marihuana-Umstufung steht eine weitere umstrittene Maßnahme der Regierung im Raum: Ein 500-Millionen-Dollar-Rettungspaket für die angeschlagene Billigfluglinie Spirit Airlines. Laut Politico verhandeln Regierung und Airline bereits in fortgeschrittenen Stadien über eine Übernahme, bei der der Staat bis zu 90 Prozent der Anteile erwerben könnte.

Die Trump-Administration begründet das Vorhaben damit, dass die vorherige Regierung unter Joe Biden die geplante Fusion von Spirit mit JetBlue blockiert habe. Ein Sprecher erklärte:

„Spirit wäre heute finanziell stabiler, wenn die Biden-Administration die Fusion nicht verhindert hätte.“

Kritiker wie Gary Leff vom Blog View From the Wing warnen jedoch vor den Konsequenzen: Eine staatliche Rettung würde Spirit Airlines zu einem „keineswegs mehr günstigen Anbieter“ machen. Die Kosten würden letztlich auf die Steuerzahler abgewälzt, während die Wettbewerbsfähigkeit der Billigfluglinie leide.

Experten warnen vor Marktverzerrung

Marc Scribner, Verkehrsexperte der Reason Foundation, sieht in der geplanten Rettung einen gefährlichen Präzedenzfall:

„Wenn der Staat Billigfluglinien subventioniert, zerstört er den Wettbewerb. Der Erfolg des Low-Cost-Modells basiert auf Flexibilität und Markteintritt. Staatliche Eingriffe machen diesen Sektor unattraktiv und teuer.“

Spirit Airlines, bekannt für seine aggressiven Preismodelle, ist seit Jahren in finanziellen Turbulenzen. Die Airline kämpft mit sinkenden Passagierzahlen und hohen Betriebskosten. Ob die Rettungsaktion tatsächlich umgesetzt wird, bleibt vorerst offen. Die Regierung hat sich bisher nicht offiziell zu den Verhandlungen geäußert.

Quelle: Reason