Bei seiner jährlichen Upfront-Präsentation in New York kann NBCUniversal in diesem Jahr besonders stolz auf seine Erfolge zurückblicken. Das zum Comcast-Konzern gehörende Medienunternehmen feiert gleich mehrere Jubiläen: das 100-jährige Bestehen des Unternehmens, den 20. Geburtstag des „Housewives“-Franchise und das 75-jährige Jubiläum von NBCs „The Today Show“.

Zusätzlich verzeichnete NBCUniversal im Februar einen bedeutenden Erfolg in Nielsens Media Distributor Gauge: Das Unternehmen erreichte einen Marktanteil von 13 % bei der TV-Nutzung über alle Plattformen hinweg. Besonders die Übertragungen des Super Bowls und der Olympischen Winterspiele trugen dazu bei. Etwa 3 % dieses Anteils entfielen auf Kabelnetzwerke, die im Januar in das neu gegründete Versant ausgegliedert wurden.

„Dieses Jahr ist für uns besonders spannend“, sagt Mark Marshall, globaler Werbechef von NBCUniversal, im Gespräch mit TheWrap. „Wir sind stolz auf unsere Geschichte, aber wer 100 Jahre besteht, muss sich durch Innovation und Anpassungsfähigkeit auszeichnen. Deshalb freuen wir uns darauf, nicht nur unsere Erfolgsgeschichte zu erzählen, sondern auch unsere Pläne für das nächste Jahrhundert vorzustellen.“

Werbekunden setzen wieder auf Reichweite statt Nischen

In ersten Gesprächen mit Werbekunden beobachtet Marshall einen klaren Trend: die Rückkehr zu großen, massentauglichen Formaten. „Viele Werbetreibende hatten versucht, durch datengetriebene Ansätze sehr gezielt zu werben. Doch dabei stellten sie fest, dass dies zwar für die Kundenbindung funktioniert, aber keine neuen Konsumenten gewinnt“, erklärt Marshall. „Deshalb erleben wir nun eine Gegenbewegung: Broadcast, Sportübertragungen und große Live-Events gewinnen wieder an Bedeutung.“

Besonders stark nachgefragt seien Live-Events aus den Bereichen Versicherung, Finanzen und Technologie – nicht nur der Super Bowl oder die Olympischen Spiele, sondern auch andere große Veranstaltungen. „Dieser Trend zeichnete sich bereits acht Monate vor den Großereignissen ab“, so Marshall. „Wir gehen davon aus, dass er sich fortsetzt.“

Industrie im Wandel: Fusionen und neue Werbeformate

Ein weiteres Thema bei den Upfronts ist die geplante Fusion zwischen Paramount und Warner Bros. Discovery im Wert von 110 Milliarden US-Dollar, die voraussichtlich im dritten Quartal abgeschlossen wird. Die Fusion könnte dem neuen Unternehmen mehr Einfluss auf die Werbeeinnahmen verschaffen, die zunehmend von linearem Fernsehen auf Streaming und soziale Medien verlagert werden.

Marshall, der selbst langjährige Erfahrung mit Branchenveränderungen hat, begann seine Karriere 1992 beim Kabelnetzwerk Family Channel in Chicago, das später zu Fox Family, ABC Family und schließlich Freeform wurde. 2013 wechselte er zu Turner Broadcasting, wo er verschiedene Positionen innehatte, darunter Senior Vice President für Werbung und National Sales Manager. Dort verantwortete er unter anderem Werbepartnerschaften mit der NBA, MLB, NASCAR, den PGA Championships und dem NCAA Men’s Basketball Tournament in Städten wie Chicago, Detroit, Los Angeles und Atlanta.

„Als ich bei Turner anfing, wurde das Unternehmen zunächst von AOL übernommen, dann von AT&T, später von Discovery und nun von Paramount“, sagt Marshall. „Veränderungen gehören zur Branche – und manchmal fühlt es sich an, als wären sie besonders disruptiv. Doch wenn man auf Warner Bros. zurückblickt, zeigt sich, dass solche Veränderungen oft notwendig sind, um langfristig erfolgreich zu bleiben.“

Quelle: The Wrap