Vor wenigen Wochen sorgte ein riesiges Werbeplakat für Rhode auf dem Weg zum Coachella-Festival für Aufsehen: Ein knallpinker Hintergrund, heißpinke Schrift und bunte Gänseblümchen – ein Bruch mit dem sonst so zurückhaltenden, schweizerisch-minimalistischen Design der Marke, das auf gedeckte Grautöne, Weiß und serifenlose Schrift setzt. Die Botschaft lautete: „See you down the Rhode“. Doch was verbarg sich dahinter?

Das Plakat war Teil einer großen Produktneuheit: Rhode präsentierte in Zusammenarbeit mit Hailey Biebers Ehemann, Justin Bieber, „Spotwear“-Pickelpflaster und Augenpflaster in Bananenschalen-Optik. Die Produkte waren zunächst nur auf dem Festival erhältlich – doch die Kampagne zeigte bereits, wohin die Reise geht. Rhode inszenierte sich als Marke, die überall präsent ist. Wer kein exklusives Wristband für die Hausparty besaß, konnte trotzdem Teil des Events sein. Der Punkt war klar: Rhode ist überall.

Dieser 360-Grad-Ansatz ist ein Schlüssel zum Erfolg der Marke. In nur drei Jahren stieg Rhode vom Direct-to-Consumer-Start-up (2022) zum Milliarden-Deal: 2025 übernahm e.l.f. Cosmetics das Unternehmen, das mittlerweile auch im Einzelhandel vertreten ist. Der Grund für den rasanten Aufstieg? Ein perfekt inszeniertes Markenimage, das Produkte als erstrebenswert positioniert – kombiniert mit einer hochwertigen, konsistenten visuellen Identität.

Marketing als Kunst: Warum Rhode mehr ist als eine Beauty-Marke

Rhode setzt auf ein editorial geprägtes, modezentriertes Marketing, das mit prominenten Gesichtern arbeitet. Ob Sarah Pidgeon aus der Serie „Love Story“ oder Harris Dickinson in seiner ikonischen „Babygirl“-Phase – die Marke inszeniert sich durch Talente, die bereits online für Gesprächsstoff sorgen. „Call it advertorial, call it brandtainment – es funktioniert“, heißt es in der Branche. Doch Rhode geht noch einen Schritt weiter: Die Marke versteht sich nicht primär als Kosmetiklabel, sondern als Lifestyle-Marke mit unbegrenzten Expansionsmöglichkeiten – ein Ziel, das viele Marken heute anstreben.

„Ich habe Rhode von Anfang an durch eine sehr editoriale, modeorientierte Linse vermarktet“, erklärt Hailey Bieber im Gespräch mit Fast Company. „Es ging nie darum, einem klassischen Beauty-Playbook zu folgen, sondern darum, authentisch zu bleiben und das zu tun, was mir und meinem ästhetischen Empfinden entspricht.“

Dieser Ansatz prägt alles: von den Kampagnen bis zur Auswahl der Kooperationspartner. „Alles, was wir tun, kommt aus einem echten Interesse und einer Begeisterung für das, was gerade relevant ist“, so Bieber. „Unser Erfolg basiert auf der Welt, die wir um die Marke herum aufgebaut haben.“ Sie betont, dass Rhode für sie keine klassische „Lifestyle-Marke“ sei, sondern eine Erweiterung ihres eigenen Lebensgefühls – eine Einladung an die Kunden, Teil dieser Welt zu werden.

Minimalismus meets Popkultur: Das Geheimnis des Rhode-Designs

Rhodes visuelle Identität ist geprägt von Schweizer Minimalismus – zurückhaltend, aber unverkennbar. Doch die Marke zeigt auch, wie flexibel sie sein kann: Mit knalligen Farben und popkulturellen Elementen wie den Gänseblümchen auf dem Coachella-Plakat beweist Rhode, dass sie Trends aufgreifen und gleichzeitig ihre Kernästhetik bewahren kann. Das macht die Marke sowohl exklusiv als auch zugänglich.

Diese Strategie zahlt sich aus: Rhode spricht eine junge, modebewusste Zielgruppe an, die nicht nur Produkte kauft, sondern eine Markenphilosophie mit erwirbt. Ob durch limitierte Kollektionen, Festival-Aktivierungen oder Kooperationen mit Stars – Rhode schafft es, eine Community aufzubauen, die mehr will als nur Kosmetik. Die Marke verkauft ein Lebensgefühl, und das ist der Schlüssel zum Erfolg.

Von Start-up zum Milliarden-Deal: Rhode in Zahlen

  • Gründung: 2022 als Direct-to-Consumer-Marke
  • Übernahme: 2025 durch e.l.f. Cosmetics für einen Milliardenbetrag
  • Expansion: Vom Online-Shop zum Einzelhandel
  • Produktportfolio: Hautpflege mit Fokus auf Peptide und wissenschaftlich fundierte Inhaltsstoffe
  • Markenimage: Lifestyle-Marke mit editorialem Marketing und Promi-Kooperationen

Rhode beweist, dass eine Marke heute mehr sein muss als nur ein Produkt. Sie muss eine Geschichte erzählen, eine Community aufbauen und ein Gefühl vermitteln – und genau das schafft die Marke aus dem Hause Hailey Bieber.