Meilenstein erreicht – doch der Weg zum Deal bleibt steinig
Warner Bros. Discovery hat einen wichtigen Schritt in Richtung Übernahme von Paramount gemacht: Die Aktionäre stimmten am Donnerstag dem 110-Milliarden-Dollar-Deal zu. Doch der Weg zur finalen Genehmigung ist noch lang und voller Hindernisse.
Regulatorische Prüfungen in drei Regionen
Während die US-Behörden wie das Justizministerium den Deal voraussichtlich durchwinken werden, stehen weitere Prüfungen an:
- Europäische Kommission: Wettbewerbsrechtliche Bedenken könnten den Deal verzögern.
- Britische Wettbewerbsbehörde (CMA): Auch hier wird eine detaillierte Prüfung erwartet.
- CFIUS: US-Abgeordnete fordern eine Sicherheitsprüfung wegen einer 24-Milliarden-Dollar-Investition aus drei Staatsfonds des Nahen Ostens in Paramount. Paramount betont jedoch, dass dies keine automatische Prüfung auslösen wird.
Staatsanwälte als letzte Hoffnung der Gegner
Viele Kritiker des Deals setzen nun auf die Staatsanwälte der Bundesstaaten, die bereits in anderen Fällen Erfolge vorweisen konnten. Erst kürzlich:
- Ein Geschworenengericht urteilte, dass Live Nation und Ticketmaster ein Monopol bilden.
- Ein Bundesrichter stoppte die Übernahme von Nexstar durch Tegna – obwohl die FCC bereits grünes Licht gegeben hatte.
Diese Erfolge geben den Staatsanwälten Hoffnung, den Deal vor Gericht zu blockieren. Kaliforniens Attorney General Rob Bonta bestätigte gegenüber TheWrap>, dass rechtliche Schritte geprüft werden.
„Die Zustimmung der Aktionäre war der einfache Teil. Die eigentlichen Kämpfe stehen noch bevor.“
Braden Perry, Regulierungsanwalt
Fristen und Strafen bei Verzögerungen
Paramount und Warner Bros. Discovery streben eine Abschluss bis zum dritten Quartal an. Sollte es länger dauern, muss Warner Bros. Discovery für jede Quartalsverzögerung 25 Cent pro Aktie zahlen. Falls der Deal aufgrund regulatorischer Gründe scheitert, erhält Warner Bros. Discovery eine 7-Milliarden-Dollar-Abbruchgebühr von Paramount.
Hollywood wehrt sich – Jane Fonda formiert Widerstand
Tausende aus der Filmbranche, Gewerkschaften und Kinobetreiber arbeiten gegen den Deal. Die „Committee for the First Amendment“ unter Jane Fonda betont: „Dieser Deal ist nicht in Stein gemeißelt – der Kampf ist noch lange nicht vorbei.“
Paramounts Statement: Optimismus trotz Widerständen
Paramount zeigt sich zuversichtlich und sieht den Deal als Chance für eine „nächste Generation der Medien- und Unterhaltungsbranche“. In einer Stellungnahme heißt es:
„Die Zustimmung der Aktionäre ist ein weiterer wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Übernahme von Warner Bros. Discovery. Wir blicken der finalen Genehmigung und der Schaffung eines innovativen Medienunternehmens entgegen, das sowohl der kreativen Community als auch den Verbrauchern dient.“
Was kommt als Nächstes?
Die nächsten Monate werden entscheidend sein. Sollten die Staatsanwälte oder internationale Behörden den Deal blockieren, könnte dies das Ende des Mega-Zusammenschlusses bedeuten. Warner Bros. Discovery und Paramount setzen jedoch auf eine zügige Abwicklung – doch die Gegner geben sich noch nicht geschlagen.