Die beliebte Dating-App Bumble wird die Swipe-Funktion abschaffen. Das gab Gründerin und CEO Whitney Wolfe Herd in einem Interview mit dem Nachrichtenportal Axios bekannt. Die Funktion, die bisher das Kernstück der App war, soll durch ein neues, KI-basiertes Matchmaking-System ersetzt werden.
Warum diese Entscheidung?
Wolfe Herd kehrte 2023 als CEO zu Bumble zurück und will mit dem Relaunch der App gegen sinkende Nutzerzahlen und starke Konkurrenz durch Apps wie Tinder und Hinge ankämpfen. Die Swipe-Funktion, die einst von Tinder populär gemacht wurde, steht zunehmend in der Kritik, da Nutzer sich von endlosen Scroll- und Swipe-Aktionen erschöpft fühlen.
Was kommt stattdessen?
Die genauen Details des neuen Systems sind noch unklar. Wolfe Herd betonte jedoch, dass die App weiterhin die „Essenz“ von Bumble bewahren werde: „Frauen sollen weiterhin die Initiative ergreifen können“. Die traditionelle Regel, dass nur Frauen zuerst schreiben dürfen, wird jedoch abgeschafft. Stattdessen soll das neue Matchmaking-System auf KI setzen, um passendere Vorschläge zu generieren.
Die Änderungen werden ab dem vierten Quartal 2024 zunächst in ausgewählten Märkten eingeführt. Wolfe Herd äußerte sich im Rahmen der Interviewreihe „The Axios Show“ und betonte, dass Nutzer unter der aktuellen Swipe-Kultur leiden: „Menschen fühlen sich erschöpft und frustriert. Sie haben das Gefühl, dass das Swipe ihre Liebesleben verschlechtert hat.“
Reaktionen der Konkurrenz
Während Tinder, die weltweit führende Dating-App, weiterhin auf die Swipe-Funktion setzt, verzichten Konkurrenten wie Hinge bereits seit jeher darauf. Bei Hinge müssen Nutzer stattdessen Profile liken oder auf Fragen antworten, um Matches zu erhalten. Andere Apps experimentieren mit Anti-Swipe-Mechanismen, um die Nutzererfahrung zu verbessern.
Finanzielle Herausforderungen
Bumble steht unter Druck: Seit dem Börsengang 2021 ist der Aktienkurs um über 90 % eingebrochen. Auch das Wachstum bei zahlenden Nutzern stagniert. Wolfe Herd hofft, dass die Neuerungen das Unternehmen wieder attraktiver machen und die Nutzerbindung stärken.
Hintergrund: Dating-Apps in der Krise
Die Dating-Branche kämpft seit Jahren mit sinkenden Nutzerzahlen und sinkender Nutzeraktivität. Viele Apps setzen auf neue Technologien wie KI oder Video-Features, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Bumble will mit diesem Schritt eine Vorreiterrolle einnehmen und das Dating-Erlebnis grundlegend verändern.
„Wir verabschieden uns vom Swipe und begrüßen etwas, von dem ich glaube, dass es revolutionär für die Branche sein wird.“
Whitney Wolfe Herd, CEO von Bumble
Ausblick: Wann kommt das Update?
Die ersten Änderungen werden noch in diesem Jahr in ausgewählten Märkten eingeführt. Ein vollständiger Rollout ist für 2025 geplant. Nutzer können sich auf ein komplett überarbeitetes Interface und neue Matching-Algorithmen einstellen.