E-Auto-Zulassungen in China fallen um 20% – deutsche Hersteller besonders betroffen
Die Nachfrage nach Elektroautos in China ist im ersten Quartal 2024 stark eingebrochen. Insgesamt wurden nur noch 1,2 Millionen neue E-Autos zugelassen – ein Rückgang von fast 20% im Vergleich zum Vorjahr. Hauptgrund ist das Auslaufen staatlicher Kaufprämien, die besonders im Einstiegssegment bis zu einem Drittel des Kaufpreises deckten.
Deutsche Hersteller verlieren Marktanteil
Die fünf größten deutschen Premiummarken – Volkswagen, Audi, BMW, Mercedes-Benz und Porsche – kommen zusammen auf nur noch 1,6% Marktanteil. Insgesamt wurden gerade einmal 19.200 ihrer E-Autos in China neu zugelassen. Das entspricht einem Rückgang von 55% gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark betroffen:
- Volkswagen: Rückgang um über 72%
- BMW: Rückgang um fast 65%
- Mercedes-Benz: Rückgang um rund 14%
Die deutschen Hersteller versuchen gegenzusteuern, indem sie lokale Partnerschaften eingehen und günstigere Modelle entwickeln.
Chinesische Hersteller setzen auf Exporte
Während die Inlandsnachfrage sinkt, steigern chinesische Hersteller wie BYD und Geely ihre Exporte deutlich:
- BYD: Exportierte im ersten Quartal über 300.000 Fahrzeuge – ein Plus von mehr als 100.000 Einheiten gegenüber dem Vorjahr. Dennoch übersteigen die Inlandsverluste die Exportgewinne deutlich.
- Geely: Verdoppelte die Exporte auf 147.300 Einheiten.
BYD steht zudem vor dem Problem, dass seine Produktionskapazitäten stark ausgebaut wurden, nun aber nicht ausgelastet sind. Die Erwartung eines anhaltenden Booms hat sich nicht erfüllt.
Deutsche Hersteller setzen auf lokale Produktion
Um Kosten zu senken und wettbewerbsfähiger zu bleiben, gehen deutsche Marken zunehmend Partnerschaften mit chinesischen Herstellern ein:
- Audi: Startete 2023 mit SAIC die Marke AUDI exklusiv für China und plant bereits ein drittes vollelektrisches Modell.
- Volkswagen: Kooperiert mit Xpeng und präsentierte auf der Beijing Auto Show die Modelle ID. Aura T6 und ID. Unyx 09. Die lokale Produktion senkt die Kosten um mindestens 40%.
- Mercedes-Benz: Wird den vollelektrischen GLC EQ und die neue elektrische C-Klasse in China anbieten, produziert aber in Partnerschaft mit einem lokalen Hersteller.
- BMW: Setzt auf die Modelle iX3 und i3 in Langversion für den chinesischen Markt.
Trotz dieser Maßnahmen bleiben die Erwartungen gedämpft. Analysten sehen kaum Anzeichen für eine schnelle Erholung des chinesischen E-Auto-Marktes.
„Die Subventionskürzungen haben die Nachfrage im Einstiegssegment besonders hart getroffen. Selbst mit lokalen Partnerschaften und günstigeren Modellen wird es schwer, die Verluste auszugleichen.“
Branchenexperte, Handelsblatt