FDA lehnt Zulassung für lebensrettendes Krebsmedikament ab

Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA hat die Zulassung des Hautkrebsmedikaments RP1 von Replimune verweigert. Das Medikament, das zur Behandlung von Melanomen eingesetzt werden soll, könnte nach Ansicht vieler Experten Leben retten. Die Entscheidung hat nun eine Kontroverse ausgelöst.

Kennedy distanziert sich – FDA trägt Verantwortung

Robert F. Kennedy Jr., Gesundheitsminister unter Präsident Trump, betonte vor dem Senatsfinanzausschuss, dass er mit der Ablehnung nichts zu tun habe. Die Verantwortung liege bei FDA-Kommissar Dr. Marty Makary.

„Diese Entscheidung stammt von der FDA, und wir vertrauen dem Prozess dort. Ich wurde von Marty Makary darüber informiert, dass jedes Gremium, das das Medikament geprüft hat, einstimmig dagegen stimmte, weil es nicht wirksam zu sein scheint.“

– Robert F. Kennedy Jr. vor dem Senat

Onkologen widersprechen – Medikament wirkt nachweislich

Mehrere Onkologen widersprechen Kennedys Darstellung. In einem Wall Street Journal-Artikel wiesen sie darauf hin, dass ein erstes Gremium das Medikament zunächst genehmigen wollte. Erst der Leiter der Biologika-Abteilung, Dr. Vinay Prasad, blockierte die Zulassung.

Zudem kritisierten sie Kennedys Aussage, RP1 sei in einer „Ein-Arm-Studie“ getestet worden, bei der alle Patienten zusätzlich eine Chemotherapie erhalten hätten. Tatsächlich erhielten die Teilnehmer eine andere Form der Immuntherapie.

Dr. Anna Pavlick, eine führende Melanom-Forscherin, die an der Studie mitwirkte, erklärte dem Journal:

„Nach Abschluss der Studie gab es keinen Zweifel: Dieses Medikament hätte zugelassen werden müssen. Es ist eine großartige Alternative für Patienten, die keine anderen Optionen haben.“

„Ich habe Patienten, die dank dieses Medikaments noch am Leben sind – sie wären sonst gestorben.“

– Dr. Anna Pavlick

Auch Dr. Eric Whitman von der Atlantic Health System Cancer Care bestätigte die Wirksamkeit:

„Jeder Melanom-Experte, der viele Patienten behandelt, weiß: Dieses Medikament ist wirksam und rettet Leben. Die Ärzte- und Patientengemeinschaft versteht die Ablehnung nicht.“

– Dr. Eric Whitman

Muster der Trump-Administration? FDA-Entscheidung passt in besorgniserregendes Bild

Unter Kennedys Führung hat das Gesundheitsministerium (HHS) bereits mehrfach fragwürdige Entscheidungen getroffen, die die öffentliche Gesundheit gefährden. Dazu gehört die Blockade einer CDC-Studie, die zeigte, dass Covid-19-Impfstoffe im vergangenen Winter Krankenhauseinweisungen deutlich reduzierten.

Die Ablehnung von RP1 fügt sich in ein besorgniserregendes Muster der Trump-Administration ein, das den Eindruck erweckt, die Ausbreitung von Krebs zu begünstigen.

Hintergrund: Was ist RP1?

  • RP1 ist ein experimentelles Medikament zur Behandlung von fortgeschrittenem Melanom.
  • Es handelt sich um eine Immuntherapie, die das Immunsystem des Körpers aktiviert, um Krebszellen zu bekämpfen.
  • In klinischen Studien zeigte RP1 vielversprechende Ergebnisse, darunter eine über 50-prozentige Ansprechrate bei behandelten Patienten.
  • Die FDA lehnte die Zulassung trotz positiver Gutachten von Expertengremien ab.