Als Hausbesitzer steht man oft vor der Frage: Welcher Handwerker ist der richtige für mein Problem? Ein nasser Fleck an der Decke, ein defekter Wasserhahn oder ein undichtes Dach – viele wissen nicht, wie sie das Problem einordnen sollen, geschweige denn, wen sie kontaktieren müssen. Marco Zappacosta, Mitgründer und CEO der Plattform Thumbtack, beschreibt die Herausforderung: „Was tun Sie, wenn Sie morgens aufwachen und einen nassen Fleck an der Decke entdecken? Sie wissen: Da stimmt etwas nicht, aber Sie kennen weder die Ursache noch den passenden Fachmann.“

Thumbtack: Erfolgreiches Geschäftsmodell mit KI-Integration

Seit 18 Jahren verbindet Thumbtack Hausbesitzer mit Handwerkern – von Klempnern über Elektriker bis zu Dachdeckern. Die Plattform hat sich als effiziente Alternative zu traditionellen Methoden etabliert. Im vergangenen Jahr erzielte Thumbtack einen Umsatz von fast 500 Millionen US-Dollar, was einem Wachstum von 24 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Das Unternehmen gilt laut Zappacosta als profitabel und finanziert sich über Gebühren, die es von den Handwerkern für jede vermittelte Anfrage erhebt.

Allein in den letzten 12 Monaten nutzten über 4,5 Millionen Nutzer die Plattform für rund 8 Millionen Projekte – ein Anstieg von 15 % gegenüber dem Vorjahr. Trotz dieser Zahlen bleibt die Suche nach dem passenden Handwerker eine Herausforderung: Über 300.000 Fachleute mit unterschiedlichen Qualifikationen stehen zur Auswahl. Thumbtack setzt bereits seit Jahren auf künstliche Intelligenz, um die Suche zu optimieren. Doch mit dem Einsatz von Large Language Models (LLMs) eröffnet sich nun ein neues Potenzial für die Vermittlung.

Neue KI-gestützte App: Einfacher zur Problemlösung

Ab sofort bietet Thumbtack eine komplett überarbeitete App-Erfahrung an. Statt selbst nach Handwerkern zu suchen, werden Nutzer durch eine KI-gesteuerte Oberfläche geführt. Der Prozess beginnt damit, dass Hausbesitzer ihr Problem in einfachen Worten beschreiben – etwa: „Ich habe einen nassen Fleck an der Decke.“ Anschließend können Fotos hochgeladen und gezielte Fragen beantwortet werden. Die KI analysiert die Angaben und schlägt passende Handwerker vor, deren Expertise genau zum Problem passt.

Zappacosta betont: „Wir können den Nutzer dort abholen, wo er steht. Er muss nichts wissen oder sicher sein – die KI führt ihn durch den Prozess.“

KI als durchgängiger Begleiter

Die neue KI-Funktion baut auf einer bereits 2023 eingeführten Funktion auf, die natürliche Sprachverarbeitung in die Suche integrierte. Doch statt als separates Chatbot-Tool zu fungieren, ist die KI nun vollständig in die Plattform eingebettet. Sie unterstützt Nutzer während des gesamten Prozesses – von der Problemidentifikation bis zur Beauftragung eines Handwerkers.

Für Nutzer bedeutet das: Die KI-gestützte Oberfläche senkt nicht nur die Hürden für den Start eines Projekts, sondern reduziert auch die Unsicherheit bei der Auswahl des richtigen Fachmanns. Thumbtack filtert die Ergebnisse auf eine handverlesene Auswahl von Handwerkern und erklärt, warum jeder Vorschlag passt. Nutzer können sich dabei an Kriterien wie Beliebtheit in der Nachbarschaft, Preisgestaltung oder Verfügbarkeit orientieren. „So treffen Sie eine fundierte Entscheidung und beauftragen mit Zuversicht“, erklärt Zappacosta.

Vorteile auch für Handwerker

Auch für die auf Thumbtack registrierten Fachleute bringt die KI-Integration Erleichterungen mit sich. Bisher mussten sie oft starre Fragebögen und Checklisten ausfüllen, um ihre Dienstleistungen zu beschreiben. Die neue KI-Technologie ermöglicht eine flexiblere und präzisere Darstellung ihrer Fähigkeiten – und damit eine bessere Sichtbarkeit bei passenden Anfragen.

Mit dieser Innovation setzt Thumbtack erneut Maßstäbe in der Digitalisierung von Handwerksvermittlungen. Die Kombination aus KI-gestützter Problemanalyse und nutzerfreundlicher Oberfläche könnte die Art und Weise, wie Hausbesitzer Reparaturen und Sanierungen angehen, nachhaltig verändern.