Lady Gagas neuestes Musikvideo zu ihrem Song „Runway“, entstanden in Zusammenarbeit mit Doechii für den Soundtrack von The Devil Wears Prada 2, sorgt für Diskussionen. Die farbenfrohe und übertriebene Inszenierung mit hochmoderner Mode, aufwendigen Choreografien und theatralischen Posen erinnert einige Zuschauer an einen Werbespot des US-Einzelhändlers Target.
In den sozialen Medien, insbesondere auf Plattformen wie X (ehemals Twitter), wurden die Ähnlichkeiten zwischen dem Video und den ikonischen Target-Werbespots der 2000er- und 2010er-Jahre diskutiert. Ein genauer Blick auf die Bildsprache des Videos zeigt: Die schwarz-weißen Streifen im Hintergrund könnten durch rote und weiße Kreise ersetzt werden, und schon würde der Clip wie eine exklusive Target-Kampagne für ein Deluxe-Album wirken.
Die Ära der Target-Werbespots mit Musikstars
Target etablierte sich in den 2000er- und frühen 2010er-Jahren als wichtiger Partner für Musiker. Der Einzelhändler produzierte aufwendige Werbespots mit Stars wie Beyoncé, Christina Aguilera und Taylor Swift, die exklusive Alben oder Songs bewarben. Diese Kooperationen waren für beide Seiten vorteilhaft: Die Künstler erhielten eine kreative Plattform, während Target durch die Zusammenarbeit kulturelles Ansehen und eine starke Markenpräsenz aufbaute.
Besonders prägend waren die Werbespots, die während großer Award-Shows wie den Grammys ausgestrahlt wurden. Ein Beispiel ist der Spot mit Imagine Dragons aus dem Jahr 2015, der mit hochwertiger Choreografie und aufwendigen Sets überzeugte. Visuelle Elemente wie das Target-Logo, die charakteristische rote Farbgebung oder grafische Muster wie die schwarz-weißen Streifen in Gwen Stefanis Video zu „Make Me Like You“ (2016) wurden zu wiedererkennbaren Markenzeichen.
Warum das „Runway“-Video an Target erinnert
Die Ähnlichkeiten zwischen Gagas Video und den Target-Spots sind kein Zufall. Die kreative Leitung und das Set-Design des Videos sind grafisch, kontrastreich, farbenfroh und theatralisch – allesamt Merkmale, die an die Ästhetik der Target-Werbung erinnern. Die Choreografie, bei der die Tänzer:innen in einem Wettbewerb um die beste Performance wetteifern, erinnert zudem an Formate wie „RuPaul’s Drag Race“.
Einige Kritiker sehen in dem Video eine bloße Wiederholung bekannter Muster, während andere die Extravaganz und den modeorientierten Ansatz als avantgardistisch und unterhaltsam loben. Gaga selbst scheint die Anspielungen auf die 2010er-Jahre bewusst einzusetzen: So trägt sie in einer Szene ein leuchtend blaues Kleid von Robert Wun mit passendem Kopfschmuck sowie eine knallgelbe Perücke – eine Hommage an ihr ikonisches Outfit aus dem „Telephone“-Video von 2010.
Die Bedeutung der visuellen Markenidentität
Die Parallelen zwischen Gagas Video und der Target-Werbung zeigen, wie stark visuelle Markenzeichen die Wahrnehmung von Inhalten prägen können. Target nutzte in den 2000er-Jahren die Zusammenarbeit mit Musikstars, um sich als kreativen und trendbewussten Einzelhändler zu positionieren. Obwohl das Unternehmen heute weniger auf aufwendige Werbespots setzt, bleibt die Erinnerung an diese Ära lebendig – und inspiriert weiterhin Künstler wie Gaga.
Ob beabsichtigt oder nicht: Das „Runway“-Video ist ein Beweis dafür, wie sehr visuelle Stile und Markenidentitäten die Popkultur prägen. Während einige Fans die Ähnlichkeiten kritisieren, sehen andere darin eine gelungene Hommage an eine prägende Ära der Musikwerbung.